Fensterhebermotor Reparatur

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eparatur des Fensterheber-Motors

Obwohl Strom bis an die Anschlüsse in den Türen ankam, funzten meine Fensterheber vorne beide nicht. Ich hatte mir deshalb bereits Gedanken über Ersatz gemacht und daher einen Reparaturversuch gewagt. Wenn der mißlänge, konnte nicht schlimmer werden!

Der Motor kann separat ohne das ganze Fensterhebegeschirr ausgebaut werden. Dazu werden drei Schrauben M8 mit 10er Sechskant gelöst, die man von innen erfühlen kann. Es sind deren zwei oben und eine unten. Die oberen beiden dienen gleichzeitig als Halter für die Gleitschiene, die das große Zahnrad des Hebemachanismus in Position zum Antriebszahnrad hält. Verkabelung lösen und man hat den Motor in der Hand.

Ich habe den Motor nach und nach in vier Teile zerlegt.

  1. Getriebegehäuse
  2. Motorgehäuse
  3. Ankerwicklung mit Antriebswelle und Kollektoren
  4. elektrische Anschlußplatte

Dieser Motor aus einem 500 SEL Bj. 86 ist an der Antriebsseite in einer Art Plastik-Dose vergossen. Zum Ausbauen Aggregat in einen Schraubstock spannen und mit einem alten Lötkolben die Gießmasse rauskratzen. Diese Masse schmilzt nicht direkt, sondern krümelt trotz der Hitze raus. Solange kratzen, bis man auf den Alurand des Getriebegehäuses stößt. Wenn die Gussmasse sehr tief eingedrungen ist, kommt man um eine Zerstörung des Plastikgehäuses nicht ganz herum. Da die Anschlußkabel auch mit eingegossen sind, muß man da sehr vorsichtig mit dem Lötkolben und auch beim Öffnen sein. Ich habe mir beim Öffnen einen Teil der Kabelisolierung abgerissen und nachher mit Schrumpfschlauch geflickt.

Um das untere Ende des Motors ist ein Klebeband gewickelt, welches entfernt werden muß. Dahinter verbergen sich Öffnungen, durch die man zu den Kohlen gelangen kann. Aber davon später.

Am Übergang zwischen Getriebe- und Motorgehäuse befinden sich vier Stahlstreifen, die nach innen gepresst sind und die beiden Gehäuseteile zusammenhalten. Wenn man die weit genug öffnet, kann man die Hälften trennen. Aber Vorsicht: wenn man die Welle aus dem Getriebe zieht, kann es sein, daß man sie nicht mehr hinein bekommt! Ich mußte das leider feststellen und somit das Getriebegehäuse aufbohren, da es vernietet ist! Als Lager für die Welle im Getriebeende dient eine aufgebohrte Metallkugel, die sich leicht verdreht und dann kommt man nicht mehr in die Bohrung hinein. Zieht man nun die Welle mit Ankerwicklung und allem Gedöns aus dem Motor, sieht man unten im Gehäuse die Kohlen, die dann natürlich willkürlich darin rumfliegen.

Bei meinem Motor war es so, daß nur eine Kohle herumflog, während die andere festsaß. Ich vermutete daher, daß diese Kohle der Grund für die Nichtfunktion war. Aber wie da drankommen? Ganz einfach - wenn mans weiß! Der untere Boden des Motor kann nach Verbiegen von vier Krampen komplett mit Anschlußkabel und Kohlen herausgenommen werden. Paßt auf Kleinteile wie Federn und sowas auf, Ihr braucht die noch!

Nach einer gründlichen Reinigung aller Teile und Überprüfung der Gängigkeit der Kohlen (die man ja nun vorzüglich erreicht) habe ich den Zusammenbau begonnen.

  1. Die kleinen Gehäuse der Kohlen von hinten öffnen. Das ist nur ein kleines Messingplättchen, welches mit dem Schraubenzieher aufgebogen wird. Die Federn entfernen und beiseite legen, die Kohlen bis Vorderkante Gehäuse eingeschieben, so daß die Kollektoren nachher dazwischen passen.
  2. Welle ins Getriebe eindrehen
  3. Motorgehäuse und elektrische Grundplatte wieder zusammenfügen und die Blechknebel zukneifen.
  4. Motorende der Welle ins Motorgehäuse schieben und Blechkrampen zubiegen.
  5. Motor waagerecht einspannen, so daß eine offene Seite der Kohlengehäuse oben ist. Feder einführen und mit dem aufgebogenen Blech wieder verschließen. Diese Aktion ist sehr begrenzt durchführbar, weil das Plättchen bei zu vielen Versuchen sehr schnell reißt ! Motor umdrehen und zweite Feder einsetzen.
  6. Test an der Batterie.
  7. Klebestreifen um die offenen Motorgehäuseteile unten wickeln. Wenn das Plastik-Gehäuse noch brauchbar ist, wieder aufsetzen und mit Silikon oder ähnlichem wieder versiegeln. Ansonsten mit Klebeband (Panzerband o. ä.) umwickeln und soweit wie möglich abdichten.

Einbauen, verkabeln, funtz!

Wer mag, kann dann durch eine Bohrung im Getriebegehäuse das ganze mit Fluid oder Fett oder was anderem einjauchen!

Wenn man die Kohlen gleich von vorn herein im Verdacht hat, kann man nach Entfernen des Plastikgehäuses auch gleich nur die elektrische Grundplatte unten ausbauen und die Kohlen prüfen, reinigen und wieder einsetzen, ohne die Welle auszubauen. Mit dem Federtrick geht das ganz einfach!

Und nun viel Spaß beim Basteln!

Gruß Roland 500 SEL