ATF Wechsel im Automatikgetriebe II

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Wie wird das ATF (= Automatic Transmisson Fluid) gewechselt?

Was benötigt man für den Getriebeölwechsel?

Man benötigt

  • neues Automatikgetriebeöl (ATF), Menge gemäß Datenblatt der Betriebsanleitung,
  • 1 Getriebeölfilter,
  • 2 neue Aluminiumdichtung für die Ablassschrauben.

An Werkzeug benötigt man

  • einen Knarrenkasten, um die Befestigungsschrauben der Wanne zu entfernen.
  • Für die Ölablassschrauben benötigt man einen Imbusschlüssel.
  • Um den Ölfilter zu lösen benötigt man eine Kreuzschraubenzieher.
  • Das Öl sollte durch einen sehr sauberen Trichter eingefüllt werden. Weiterhin ist es von Vorteil, wenn man sich eine Auffangwanne zulegt, zum Beispiel von "Liqui Moly". Dieser Ölwechselkanister fasst 9 Liter Altöl und passt sogar unter den Motorblock und unter das Getriebe des SECs.

Wichtige Hinweise:

Für alle Arbeitsschritte am Getriebe, Trichter und Werkzeuge sowie bei der neuen Befüllung mit ATF ist auf penibelste Sauberkeit zu achten!!! Ein Fussel kann die ganze Automatik lahmlegen! Es sollte auch kein synthetisches Getriebeöl eingefüllt werden: die 126er begnügen sich mit normalem ATF (z.B. "Castrol TQ-D" nach Spez. Dexron II D). Bei Verwendung falscher Öle: Ein AT-Getriebe liegt zwischen DM 2500,- bis DM 7000,- je nach Händler!

Durchführung:

Für die Durchführung bieten sich eine Grube, Auffahrrampe oder Hebebühne an, bei der das Auto eben steht.

  1. Als erstes muß ein geeignetes Auffangbehältnis unter die Ablassschraube des automatischen Getriebes gelegt werden.
  2. Nun wird die Ablassschraube des Automatikgetriebes gelöst. Durch diese Schraube, läuft nun das ganze Öl (rot-bräunlich) aus der Wanne ab.
  3. Die Schraube ist gründlich zu reinigen und die alte Aludichtung durch die neue zu ersetzen.
  4. Ist das Öl vollständig abgelassen, wird die Ablassschraube am Getriebe wieder festgeschraubt.
  5. Ist das Öl lange nicht gewechselt worden, sollte auch die Ablassschraube am Wandler gelöst werden: Der Wandler ist ein Teil, dass zwischen Motor und Getriebe sitzt. Es sieht von der Form aus wie der Bremskraftverstärker. An der Unterseite ist eine Öffnung an dem Gehäuse, in dem sich der Wandler befindet. Wenn man Glück hat, sitzt die Ablassschraube (Imbusschraube) genau unten. Meistens muß mit einer Knarre an der Riemenscheibe gedreht werden, die den Keilriemen aufnimmt (Stirnseite des Motors) und auf der Kurbelwelle sitzt. Den Motor aber nur in der Richtung durchdrehen, in der er normal auch läuft. Das erkennt am leichtesten am Lüfter, der muss die Luft nach hinten schaufeln. Es muß solange gedreht werden, bis die Ablassschraube unten zu sehen ist. Dann löst man sie einfach und lässt auch dort auch das Öl abfliessen. Bei den Sechszylindern geht der Strahl leider direkt auf eine Querstrebe, deshalb ausreichend große Auffangwanne verwenden.
  6. Diese Schraube ist ebenfalls gründlich zu reinigen und auch hier muss die Aluminiumdichtung ausgetauscht werden. Wenn das ganze Öl aus dem Wandler gelaufen ist, wird die Schraube wieder eingeschraubt, womit die Arbeit am Wandler abgeschlossen ist.
  7. Jetzt werden alle sechs Schrauben der Ölwanne des Getriebes gelöst und die Ölwanne abgenommen. Vorsicht, es ist noch ein wenig Öl darin verblieben! In der Regel ist noch einiges an Öl im Getriebe, das langsam rückwärts durch den Filter herausrinnt. Deshalb Auffangwanne bereithalten! Die Wanne ist mit einem Tuch zu säubern.
  8. Nun wird die Gummidichtung abgenommen, eine neue aufgelegt und diese dann mit etwas Öl eingestrichen.
  9. Jetzt werden mit dem Kreuzschraubenzieher die drei Befestigungsschrauben des Ölfilters gelöst, der dann meistens bereits herunterfällt. Hierbei kann einem nochmal ein Schwall Öl entgegenkommen, also Vorsicht. Weiterhin kann es passieren, dass die Korkdichtungen des alten Filters am Getriebe kleben bleiben. Diese vor Einsetzen des neuen Filters entfernen.
  10. Der neue Ölfilter wird dann einfach eingesetzt, festgeschraubt und dann wird die Ölwanne wieder festgeschraubt. Ganz wichtig bei der Ölwanne: die Schrauben sollten möglichst wirklich nur mit den vorgeschriebenen 7-8 Nm angezogen werden! Das liegt am Design dieser Ölwanne an den Verschraubungspunkten und der Dichtung. Es passiert schnell, dass die Dichtung nicht mehr gleichmäßig anliegt, weil die Haltebleche für die Schraubven verbogen sind oder die Dichtung gestaucht wird. Und dann sind schleichende Undichtigkeiten nicht ausgeschlossen.
  11. Nun füllt man nur noch das Getriebeöl auf, startet den Motor. Beim Auffüllen des Öls ist der Wandler noch leer. Deshalb passiert es in der Regel, dass wenn man die gesamte Ölmenge auf einmal einfüllt, das Öl nach 4-5 Litern oben aus dem Getriebe ausläuft. Deshalb nach 4 Litern den Motor starten, ca. 5 Sekunden laufen lassen und wieder abstellen. Dann die restliche Menge einfüllen. Jetzt schaltet man die Gänge durch - ruhig ein paar Mal. Dann kontrolliert man wieder den Ölstand, natürlich wie immer bei diesen Automatikgetrieben nur bei laufendem Motor und in Schaltstllung "P"! Wenn der Pegel bei kaltem Motor (20 - 30 °C) 10 mm unter Min. steht ist alles O.K., etwas darüber sollte vermieden werden, da sich das Öl mit der Temperatur ausdehnt und das Automatikgetriebe ansonsten an "Inkontinenz" leidet.

Diese Inkontinenz macht sich besonders bei hohen Außentemperaturen und einer Fahrt z.B. auf der Autobahn bemerkbar: Das Getriebe hat ein Überdruckventil, über das es eine überflüssige Menge an Öl abgibt. Da Öl sich bei Wärme ausdehnt, passiert so etwas meistens im Sommer! Aber keine Panik, man kann eigentlich ohne Probleme weiterfahren! Der Wagen raucht eigentlich nur kurz und dann ist auch alles wieder gut!

Zum Wechselintervall:

Das Getriebeöl sollte alle 60.000km gewechselt werden, auf jeden Fall jedoch bevor es anfängt zu riechen: Es fängt dann an zu verbrennen und riecht zu guter letzt fast wie "Katzenurin". KEIN Automatikgetriebe "freut" sich über ein solches Öl und verweigert deshalb auf kurz oder lang seinen Dienst! Im Getriebe entsteht naturgmäß Abrieb, der im Filter bleibt, deshalb bei jedem Ölwechsel auch UNBEDINGT den Filter wechseln!

Frank Wildanger